Die Lenne

Die Lenne entspringt im Sauerland in 819 m ü. NN. an den Hängen des
Kahlen Astens, dem zweithöchsten, aber bekanntesten Berg in
Nordwest-Deutschland, und mündet nach einer Fließstrecke von 128,2 km
im Ruhrgebiet zwischen Dortmund und Hagen direkt in den Hengsteysee.
Sie ist somit ein Hauptnebenfluss der Ruhr.

Das Flusstal hat sich stark eingegraben und wird zur Stromerzeugung an
vielen Stellen aufgestaut. Auf Ihrem Weg in die Ruhr fließt sie entlang der
Städte und Gemeinden Schmallenberg, Lennestadt, Finnentrop, Plettenberg,
Werdohl, Altena, Nachrodt-Wiblingwerde, Hohenlimburg, Iserlohn und Hagen.
Dabei wird die Lenne u.a. durch die Nebenflüsse Elspe, Fretter, Veischede,
Bigge, Balve, Else, Verse, Rahmede, Nette, Brachtenbecke, Lasbecke,
Grüner Bach, Nahmer und Wanne gespeisst.

Die Lenne ist neben der Ruhr einer der wichtigsten Sauerländer Flüsse. An ihren Ufern begann im Mittelalter die Industrialisierung.. Seit Jahrhunderten wird die Lenne, sowie die anderen Flüsse zur mechanischen Energiegewinnung genutzt. Vor allen an den kleinen Flüssen der Region wurden viele Hammerteiche angelegt. Wasserräder trieben die Mühlen, Hammerwerke und Drahtwerke. Die Betriebe waren aber auf Gedeih und Verderb vom Regen abhängig. Blieb der aus konnte nur sehr eingeschränkt produziert werden. Man schmiedete das Eisen so lange, bis der Teich leer war. Allein in Plettenberg waren zur damaligen Zeit fast 30 Anlagen in Betrieb. Ein bekanntes Beispiel war die Dunkelsche Mühle. Das in den Bergen des Sauerlands gefundene Eisenerz wurde Vorort verhüttet und mit der Wasserkraft der Lenne zu Draht, Nagel und Rüstzeug weiterverarbeitet

Werner von Siemens entdeckte um 1866 das elektro- dynamische Prinzip. Generatoren und Motoren wurden gebaut. Die Wasserräder konnten mit den Generatoren verbunden und Strom erzeugt werden. Somit konnte die Elektrizität auch weiter entfernte Maschinen ohne große Verluste antreiben. Die Petroleumlampe wurde durch die Glühlampe ersetzt. Die Lichtverhältnisse verbesserten sich enorm. Die industrielle Entwicklung konnte beginnen .

Fluss Lenne

Ort Entnahmemenge (m³/s) Fallhöhe (m) Turbinenanzahl Turbinenleistung (kW) Jahresarbeit (MWh)
Siesel 30 9,0 3 1.800 5.800
Ohle 12 2,9 1 250 1.400
Bockeloh 30 8,5 3 1.950 6.000
Wintersohl 18 3,4 2 490 3.100
Ütterlingsen 10 3,4 1 200 1.000
Wilhelmsthal 36 3,7 3 1.200 1.100
Schwarzer Stein 23 2,8 2 345 1.900
Einsal 10 4,5 2 300 1.600
Nachrodt 39 4,4 3 1.400 6.000



Lennequelle bei Winterberg